Die Geschichte der Bourdeaux-Familie

Die Amsterdamer Wisselbank

Die konjunkturelle Entwicklung Amsterdams zum Weltwirtschaftszentrum brachte es mit sich, dass durch die internationalen Händler eine Vielzahl von in Wert und Qualität sehr unterschiedlicher Münzen in die Stadt kamen.

Ein Kaufmann beschrieb 1685 die kursierenden Zahlungsmittel sehr genau:

Das meiste Geld, das hier im Umlauf ist, ist aus Silber oder Gold, allein die Münzen von geringem Wert sind aus Kupfer gemacht. Die werden für die Befriedigung der ersten Lebensbedürfnisse gebraucht …1

Am 31. Januar 1609 eröffnete die Amsterdamer Stadtverwaltung im Erdgeschoss des Rathauses eine Wechselbank2 , bei der es den Händlern möglich war, Geld zu hinterlegen. Die städtisch kontrollierte Bank nahm alle Arten von Münzen an, bewertete sie und gab Gutschriften in Bankgulden aus, deren Wert durch Silber garantiert wurde. Damit war ein bargeldloser Zahlungsverkehr von Kaufmann zu Kaufmann, von Konto zu Konto möglich, der meist über Wechselbriefe oder Schuldscheine getätigt wurde. Die Amsterdamer Wechselbank erlangte weltweite Bedeutung und galt als zuverlässig und vertrauenswürdig. Trotz Börsenkrach und mehrerer Skandale bestand die Wechselbank bis 1820.

Zahlungen im geschäftlichen Verkehr durften ab einem Wert von 600 Florin nicht in bar getätigt werden, sondern wurden über das Bankkonto des Händlers abgewickelt. Da auch die Auktionsverkäufe der Ostindischen Kompanie ausschließlich per Bank bezahlt werden konnten, hatten nur die Personen Zugang zu den gehandelten Luxusgütern, die über ein Bankkonto verfügten.

Die Amsterdamer Wisselbank hatte bei ihrer Gründung 708 Kontoinhaber und gegen Ende des 17. Jahrhunderts knapp 2.0003.

Der Tresorraum der Bank befand sich im Keller des Rathauses, zu dem nur der Bürgermeister den Schlüssel hatte.


1UFER, Ulrich: Welthandelszentrum Amsterdam, Globale Dynamik und modernes Leben im 17. Jahrhundert, Köln/Weimar/Wien: Böhlau 2008, Seiten 117/118.
2Wikipedia: Amsterdamer Wechselbank (Stand 15.01.2019).
3UFER: Welthandeslzentrum, Seite 119.
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