Die Geschichte der Bourdeaux-Familie

Das Edikt von Nantes

Ein seit 1585 andauernder 13-jähriger blutiger und zermürbender Krieg zerrüttete das französische Volk und machte es kriegsmüde. Als der protestantische Heinrich von Navarra 1589 seinen Anspruch auf die französische Krone bekundete, erregte das zunächst den Unmut der Katholischen Liga. Schließlich erschien es Heinrich 1593 geraten, zur katholischen Kirche zu wechseln und wurde 1594 als Heinrich IV. zum König von Frankreich gesalbt. Er sah eine wesentliche Aufgabe darin, sein Volk wieder zu vereinen und sein Königreich wirtschaftlich voran zu bringen.

Nach Absprache mit Vertretern der Protestanten und Beratungen mit anderen Gremien seines Hauses, erließ Heinrich IV. am 13. April 1598 ein Edikt, das immerwährend und unwiderruflich am 25. Februar 1599 vom Pariser Parlament festgestellt und damit zur gesetzlichen Geltung gelangte.

Das auch als Gnadenedikt von Nantes bekannt gewordene Gesetz hatten zum Ziel, für alle Untertanen eine feste Richtschnur zu sein, um einen guten und dauerhaften Frieden untereinander zu erzielen. Alles Vorangegangene sei vergessen.

Die katholische Kirche war fortan wieder Staatskirche, gleichzeitig konnten die Protestanten ihren Kultus fast überall frei ausüben. Alle Kirchen und Häuser sollten wieder an die vorherigen Besitzer zurückgegeben werden, egal ob katholisch oder protestantisch. Provokationen z.B. durch Predigten wurden verboten, katholische Feiertage sollten auch von Protestanten respektiert werden, wobei sie aber nicht verpflichtet waren, ihre Häuser an solchen Feiertagen zu schmücken. Den Protestanten wurde freier Zugang zu Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und Almosen zugestanden. Selbst der Zugang zu öffentlichen Ämtern war ihnen nicht mehr verwehrt:

27. … erklären Wir alle die, welche sich zu der besagten vorgeblich reformierten Religion bekennen oder bekennen werden, für fähig, alle Stellungen, Würden, Dienste und öffentliche Ämter jeglicher Art, königliche, herrschaftliche oder städtische in Unserem besagten Königreiche, Ländern, Gebieten und Herrschaften Unserer Botmäßigkeit, trotz aller dem entgegenstehenden Eide zu bekleiden.1

Zusage eigener Friedhöfe, Rückgabe früherer Friedhöfe, keine Belästigung oder Bedrängung durch Geistlich bei Taufe oder Religionsunterricht etc. Der Zehnte, vergleichbar mit unserer heutigen Kirchensteuer, musste aber weiterhin an den katholischen Ortspfarrer gegeben werde.

Letztendlich wird eine gegenseitige Toleranz und Rücksichtnahme von beiden Konfessionen eingefordert.

Eine Zeit der Ruhe setzte ein.

Durch den Tod von Heinrich IV. 1610 wurde sein Sohn als Ludwig XIII. König von Frankreich. Mit Zunahme der Macht Frankreichs und des Königshauses wuchsen auch wieder die Einschränkungen für die Protestanten. 1621/22 und 1625-1629 standen sich beide unversöhnliche Konfessionen wieder gegenüber. Nach der Kapitulation von La Rochelle am 30. Oktober 1628 setzten im ganzen Königreich schwere Verfolgungen der Protestanten ein.

In diese Zeit wird 1639 unser Vorfahre Isaac BOURDEAUX in Soubise geboren.

Im Jahr 1685 beendete das Edikt von Fontainebleau den brüchig gewordenen Frieden, den das Edikt von Nantes immerwährend und unwiderruflich für seine Untertanen erreichen wollte.

Alle Zugeständnisse und Freiheiten der Protestanten Frankreichs wurden widerrufen.


1Dt. Hugenottenverein (Hrsg.) / MENGIN, Ernst: Das Edikt von Nantes – Das Edikt von Fontainebleau, Flensburg: Gross 1963, S. 31.

Zum Weiterlesen
  Das Edikt von Nantes, im Wortlaut (nach Ernst MENGIN, 1963), Hugenotten-Museum Bad Karlshafen.
  Edikt von Nantes, eine Zusammenfassung (und mehr ...) auf DeuFraMat.
 Biografie von Heinrich IV. und anderer Regenten (hervorragende private Website).
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