Die Geschichte der Bourdeaux-Familie

Familie SÉNAT

Nachdem Isaac BOURDEAUX einige Jahre als Weinhändler in Amsterdam war und ihm dort 1665 nach nur einem Jahr Ehe Frau und Kind verstorben sind, kehrte er wieder in seine Heimatstadt Soubise zurück. Dort zeichnete der 27-jährige schon am 10. August 1666 wieder als Taufpate im protestantischen Kirchenbuch.

Es vergingen zweieinhalb Jahre, bis sich der junge Mann zu einer zweiten Ehe entschied.

Am 3. Februar 1669 fand die Trauung von Isaac BOURDEAUX (30 Jahre) mit Elizabeth SÉNAT (18 Jahre) in Soubise statt.

Über die Herkunft der Familie SÉNAT konnte bisher nichts ermittelt werden. Im ältesten erhaltenen protestantischen Kirchenbuch von Soubise1 begegnet uns 1654 erstmals ein Jean SÉNAT als Taufpate. Anhand von später erfolgten Altersangaben können wir sein Alter bei diesem Ereignis auf 30 Jahre festlegen. Jean ist mit Elizabeth FERAGU verheiratet und hat zu diesem Zeitpunkt bereits drei Kinder, deren Taufdaten ebenso wegen fehlender Dokumente nicht bekannt sind.

Jean SÉNAT und Elizabeth FERAGU sind die Eltern von Elizabeth, der zweiten Ehefrau von Isaac.

Um den Stand der Familie einzuordnen, hilft das Studium der Akten. So erfahren wir, dass Jean zunächst Richter des Lehens Pougne ist, später Oberster Bezirksrichter der allgemeinen Lehen Pougne und Les Lauriers, beide in unmittelbarer Nähe von Soubise. Ab 1663 führt Jean das Kirchenbuch der protestantischen Gemeinde in Soubise und unterzeichnete ab 1664 die Einträge als Ältester.

Von seinen zehn Kindern heirateten, soweit das nachvollzogen werden konnte, alle in noble Familien. Der älteste Sohn Abraham heiratete die Baroness Anne de ROCHEFORT, die älteste Tochter Elizabeth den Kaufmann Isaac BOURDEAUX und auch ihre Schwester Marie verehelichte sich mit einem Kaufmann: Jacques BRUSLÉ. Catherine nahm den Notar und Staatsanwalt Philippus DUDOICT zum Mann und die jüngste Tochter von Jean den Marineoffizier Paul JORDAIN.

Sohn Pierre SÉNAT entschied sich für eine juristische Laufbahn. Bei seinem Tod am 8. Dezember 1707 werden alle seine Ehrentitel und Ämter aufgezählt: Herr von Chatenet2, Ratsherr des Königs, Ordentlicher Artilleriekommissar, Leutnant der Gendarmerie von Marennes, Staatsanwalt von Stadt und Fürstentum Soubise.

Die Nachkommenlinie von Pierre setzt sich entsprechend nobel fort. Wenn wir ihr folgen, treffen wir in der 6. Generation auf den französischen Schriftsteller, Romantiker, Dramatiker und Dichter Alfred de VIGNY.

Vigny wurde in eine aristokratische Familie hineingeboren, die durch die Französische Revolution auf bescheidene Umstände reduziert worden war. Sein Vater, ein 60-jähriger pensionierter Soldat zur Zeit der Geburt seines Sohnes, war ein Veteran des Siebenjährigen Krieges; und sein Großvater mütterlicherseits, der Marquis de Baraudin, hatte als Kommodore in der königlichen Marine gedient.3
Alain de Nogerée, Urgroßvater von Vigny, segelte 48 Jahre lang auf See, nahm an fünf Seeschlachten teil, erhielt drei Gesichtswunden, heiratete dreimal und hatte zehn Kinder4.

Elizabeth SÉNAT starb nach nur 10-jähriger Ehe im Alter von 28 Jahren und wurde am 27. Januar 1679 in Soubise beerdigt. Zwei Monate vorher hatte sie ihr siebten Kind, Judith, geboren. Sie hinterließ ihren Mann Isaac und Kinder im Alter von neun bis zwei Jahren und den Säugling mit zwei Monaten.


1 Die zwei online verfügbaren Kirchenbücher beginnen am 08.03.1654 und enden am 09.12.1681.
2 Er kaufte das Gut Chatenet 1682. Es heißt heute Chatelet. Auf dem Wegweiser zu dem heute mit freistehenden Häusern bebauten Stadtteil steht „Résidence de Chatelet“.
3 Timeline of World History - French Literature.
4 POMEAU, René: Alfred de Vigny en Charente. In: Bulletin de l'Association Guillaume Budé, n°8, 1949.
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