Die Geschichte der Bourdeaux-Familie

Der Name Hugenotte

Die Entstehung des Namens Hugenotte ist nicht eindeutig zu klären.

Die Reformierten in Frankreich selbst haben sich nie Hugenotten genannt.

Zu Beginn der Reformation sprach man von luthérien. Nachdem sich die Lehre Calvins durchgesetzt hatte, änderte sich das in réformés.

Der scheinbar früheste bisher gefundenen Nachweis der Verwendung des Wortes huguenot findet sich in einer Handschrift von 1551 aus Périgueux. Darin sind Bilderstürmer als böse Hugenottenrasse bezeichnet. Es erhielt damit eine diskriminierende Bedeutung.

1560 bis 1629 bezeichnete man reformierte Adelige, die um Mitsprache im Staat kämpften, als huguenots d'état1.

Auch in königlichen Dekreten und Edikten taucht der Name Hugenotte nicht auf. Nach 1576 setzte sich darin die Bezeichnung religion prétendue réformée, abgekürzt RPR, durch.

Seit der Französischen Revolution bis heute ist die offizielle Bezeichnung der protestantischen Christen Frankreichs réformés.

In Deutschland und den anderen Aufnahmeländern wurden die Glaubensflüchtlinge aus Frankreich als François Réfugiés oder nur als Réfugiés bezeichnet.

Mit der Zeit verlor der Name Hugenotte seine negative Gewichtung.

Die wegen ihres Glaubens verfolgten Protestanten Frankreichs und die, die wegen dieser Verfolgung aus ihrer französischen Heimat geflohenen sind, können demnach als Hugenotten bezeichnet werden.

Diejenigen, die von Hugenotten abstammen, nennen sich heute Hugenotten Nachkommen.


1GRESCH, Eberhard: Die Hugenotten – Geschichte, Glaube und Wirkung, Ev. Verlagsanstalt: Leipzig  52015, S. 27.
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