Die Geschichte der Bourdeaux-Familie

Soubise

Diese kleine Ortschaft im Norden der historischen Provinz Saintonge liegt am linken Ufer der Charente, ca. 6 km vom Atlantik entfernt.

Soubise ist die Heimatstadt unserer Vorfahren. Isaac BOURDEAUX ist um 1639 hier geboren worden und lebte bis zu seiner Flucht 1687 am Hafen dieser Stadt.

Wie unsere Vorfahren Soubise erlebt haben, beschreibt 1669 Pierre de La Planche (1610-1684), Priester und Bibliothekar des Oratoire, in seiner "Beschreibung der Provinzen und Städte in Frankreich"1:

Soubize ist eine kleine Stadt, die zum Herzogtum des Hauses Rohan gehört, 7 Meilen von Saintes in gutem Land, in der Nähe des Flusses Charente, der bis zum Meer noch 2 Meilen hat. Dieser Fluss fliest entlang dem Nordhang der Stadt, wo es einen Hafen gibt, der schön mit Häusern versehen ist. Die Lage der Stadt ist auf der Spitze eines Felsvorsprunges mit sehr schöner Aussicht. Früher war sie mit Mauern umschlossen. Es gibt keine Tore. Die Pfarrkirche ist eine Ruine, sie wurde teilweise repariert. Es gibt auch eine Schule. Es gab ein Schloss, von dem nur noch Mauerreste sichtbar sind.2

Nach den Aufzeichnungen des Ingenieurs, Geografen und Zeichners Claude Masse (1652-1737) betrug die Einwohnerzahl von Soubise Ende des 17. Jahrhunderts 167 Feuerstellen. Das entspricht einer Einwohnerzahl von ca. 670 Personen.

Claude Masse fertigte im Auftrag des Königs Zeichnungen der Städte und Landschaften an, anhand derer in einem Projekt 19883 die ehemalige Stadtbefestigung nachempfunden werden konnte. Die dicken Mauern sind wahrscheinlich während des 100-jährigen Kriegs (1337-1453) gebaut, bei Angriffen mehrfach zerstört und wiederaufgerichtet worden. Die konfessionellen Auseinandersetzungen (1562-1598) machten fast 100 Jahre später nochmals eine Instandsetzung der Befestigung notwendig.

Neben der Salzgewinnung war früher der Anbau der fèves de marais ein einträgliches Geschäft. Auch Getreide und Mais konnten produziert werden, worauf die noch zum Teil erhaltenen Mühlenstümpfe hinweisen.

Vor ein paar Jahren sahen wir hier noch schöne Weinstöcke, die einen ausgezeichneten Wein hervorbrachten, aber heute [1900] fast vollständig verschwunden sind, zerstört durch die Reblaus.4

Im Hafen von Soubise war der Handel mit Wein und Spirituosen sehr aktiv und lud Kaufleute ein, sich hier niederzulassen. Als die reichen Kaufleute abzogen, hat auch der Hafen an Bedeutung verloren.

Soubise zählte zu den bedeutendsten Städten der Saintonge, nicht zuletzt, weil sich hier eine Möglichkeit bot, die Charente zu überqueren. Mindestens seit 1477 verband eine Fähre die wichtige Straße von Rochefort nach Marennes. Bis zum 5. Februar 1967 verkehrte die Fähre regelmäßig, obwohl seit 29. Juli 1900 in Rochefort eine Schwebefähre existierte.

Das vorübergehende Ende dieser Fährverbindung war 1967 mit der Einweihung einer Hubbrücke bei Rochefort verbunden. Aber seit 2013 steht jetzt wieder in den Sommermonaten eine kleine Fähre von Soubise ans gegenüberliegende Ufer zur Verfügung.


1LA PLANCHE, Pierre de: La Description des provinces et des villes de France, Manuskript 1669;
online unter URL: Musée Condé de Chantilly (Stand: 09.03.2018).

2"In der Nacht zum 18. Oktober [1844] ist das alte Schloß Soubise in der Unter-Charente abgebrant. Es stammt aus dem 11ten Jahrhundert und war eines der merkwürdigsten alten Bauten in Frankreich. Der letzte Besitzer war ein Gerichts-Beamter Cotte; die Veranlassung des Brandes gab ein Ofenfeuer zum Trocknen von medizinischen Pflanzen."(Quelle: Beiblatt der Sundine, Stralsund: 8. Januar 1845).
3BLOMME, Yves : Les enceintes urbaines et villageoises de Saintonge et d’Aunis. In : Bulletin de la Société des Antiquaires de l’Ouest, Nr. 5-II., 1. Quartal 1988; online unter URL: Histoire Passion (Stand: 20.03.2018).
4MAGEAU, E.-A.: Soubise, Une page d’Histoire locale (1900), Reprint: La Rochelle 1986, S. 13.
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